Fischsitter (Roman)

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Fischsitter

Roman
Milena Verlag, Wien
Erscheint im September 2018
ca. 250 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
22 €
ISBN 978-3-903184-23-7

 

Alexander Keller ist Fischkenner und betreut Aquarien. Seine neue Freundin Mary nimmt ihn mit zu ihrer Familie – der 90. Geburtstag ihres berühmten Großvaters steht an. Die Feierlichkeiten werden vorbereitet, und Keller befreundet sich mit dem harten, alten Mann. Aber die Katastrophe ist unausweichlich. Ein hochintelligenter, wichtiger Roman über Familie, Kunst und uns.

Alexander Keller hat ein Händchen für Fische und setzt dieses äußerst lukrativ um – in Fischzucht, Aquariumsbetreuung und Gastronomie. Keller liebt Fische – lebendig, roh, gebraten. Diese Ambivalenz zwischen Fürsorge und Verschlingen zieht sich durch sein ganzes Leben. Kellers Freundin Mary, Enkelin des berühmten Künstlers und Gartenarchitekten Akira Benshi, stellt Keller kurz vor dem 90. Geburtstag ihres Großvaters ihrer Familie vor. Und es wird familiär kompliziert: Die Eltern definieren sich ausschließlich über Benshis Kunst, Benshi selbst schweigt, seit er seine Familie beim Atombombenabwurf über Nagasaki verloren hat. Doch als er Keller Fisch essen sieht, bricht er sein Schweigen, macht Keller zu seinem Helfershelfer bei der Neugestaltung seines berühmten Gartens – und verursacht lediglich dessen Verwüstung. Mary selbst wird wieder in längst vergangen geglaubte Familienstrukturen hineingezogen – und mittendrin Keller, der als Benshis „neuer bester Freund“ weit über den Rand seiner vermeintlichen Toleranz und seines Gleichmuts gebracht wird.

Ein Roman mit geschliffenem Stil, klug, fließend – aber dann!

Die gute Küche der Spartaner (Erzählung)

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Die gute Küche der Spartaner

Erzählung
Daniel Bauer Verlag
Wien 2015
156 Seiten
ISBN 978-3-9503710-2-4

11,95€

 

Ein Sommer in Wien.

Nach monatelangem Warten hat Wolf nun endlich den erlösenden Anruf erhalten: „Das ist Ihr Chef, der Sie anruft“, sagte der Mann am anderen Ende. Den Job in der Tasche, müsste er eigentlich zufrieden sein. Stattdessen entpuppt sich das Wegfallen seines vermeintlich größten Problems als der Moment seiner größten Hilflosigkeit.

Hilflos ist auch der achtjährige Michael, der gerade mit Onkel und Tante schöne Ferien verbringen soll und krank wird. Was von außen wie eine harmlose Grippe wirkt, wird für Michael zu einer Ewigkeit aus Selbstvorwürfen, Fieber und Albträumen.

Beider Umfeld glaubt an die Zukunft und sieht keine Schwierigkeiten. Doch im schnellen Wechsel der Perspektiven erleben wir, wie Kind und Mann in der Gegenwart um das Überleben kämpfen.

In seiner neuen Erzählung nähert sich Ferstl dem Thema „Umgang mit Angst“ aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: aus der Sicht eines erwachsenen Mannes und aus der Sicht eines achtjährigen Buben. Die dramaturgisch äußerst raffiniert aufgebaute Geschichte wechselt zunehmend rascher die Perspektiven zwischen beiden Protagonisten – bis zum überraschenden Ende. – Günter Encic

Nach seinem Roman „Der Knoten” zeigt Paul Ferstl auch in seiner neuen Erzählung, wie nahe er Leser und Leserinnen aus einer erzählerischen Distanz an seine Figuren heranführen kann. Mit präziser Wortwahl und subtilen Aussparungen entfaltet sich ein Sog, dem man sich weder entziehen kann noch entziehen will. Ein fesselndes Buch, das nachdenklich und betroffen stimmt.stadtbekannt.at

Wolf hätte allen Grund sich zu freuen, meinen die anderen, aber die Unterzeichnung des Vertrags, der das Ende seiner Arbeitslosigkeit für ein Jahr lang bedeutet, lässt keine Begeisterung bei ihm aufkommen. Nachvollziehbar schildert Paul Ferstl in seiner Erzählung »Die gute Küche der Spartaner« die Freudlosigkeit einer auf dem Neoliberalismus basierenden Arbeitswelt, und eine Parallelerzählung, in der [ein] Kind seine Sommerferien mit Onkel und Tante verbringt, thematisiert Verhaltensweisen von Erwachsenen Kindern gegenüber, die der Nährboden für lebenslange Minderwertigkeitsgefühle sind. – Renata Zuniga

Mit Die gute Küche der Spartaner hat Ferstl eine eindringliche, ungeschönte und so durch und durch ehrliche Erzählung geschaffen, dass es beim Lesen beinahe schmerzt. Sprachlich scheinbar spielend leicht präsentiert, bleibt dennoch eine Schwere zurück, die noch lange nachwirkt. Gefangen im Sog der inneren Kämpfe und Ambivalenzen, kommt man nicht umhin, sich zu fragen: Was ist der Sinn? Lässt sich die Angst besiegen? Und welchen Weg würde man selbst wählen?

Ein auf seine eigene Art und Weise tiefgründiges, ein bedrückendes, ein realistisches Buch. Ein sympathisch österreichisches Buch. Ein großartiges Buch!Clara Koisser, Schreibkraft 28

Der Knoten (Roman)

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Der Knoten
Roman
Daniel Bauer Verlag
Wien 2014
182 Seiten
ISBN 978-3-9503710-1-7
14,95€
Leseprobe

Die Schläge dringen nicht mehr durch. Ich erinnere mich, dass nun das Messer kommen muss, weil der Hammer versagt hat. Das Messer arbeitet. Das Blut fließt vom Hals. Der Hals hängt nach unten, und helfende Hände fangen in einer Schüssel das Material.

Gedacht habe ich, dass das Messer sich auskennt.

Dann habe ich anderes gesehen, anderes sehen wol­len. Das tanzende Flimmern über einem Blechtrog, der Schwaden ins Offene schickt. Dessen Außenhaut schwar­ze Flecken wirft, weil das Wasser in ihm kocht. So heiß sind Wasser und Blech, dass der Untergrund vorsichtig ausatmet unter Sonne und Metall. Doch ich weiß, dass sie das Schwein ins Wasser geworfen haben, ins kochende.

Ein „guter Junge“ und Geschäftsmann erzählt die Geschichte seiner Liebe zu Bernadette. Beim gedankenlosen Streicheln entdeckt er einen Knoten in ihrer Brust und entscheidet – nichts zu tun. Aus dieser Grundkonstellation entwickelt sich das Bild einer ganzen Familie, eines Aufstieges, in dem es sich gut leben ließe; bis das Bild zerbröckelt und den Blick in eine Hölle freigibt, in der allein das Schöne Rettung verspricht.

In seiner eleganten, lyrischen Prosa gelingt es Ferstl jenes „tanzende Flimmern“, das seine Detailaufnahmen darstellen, „ins Offene“ und Große zu entsenden.

Der Knoten ist ein Fest der Sinnlichkeit, wo Leben und Sterben einander berühren, wo sich Unfälle und Todesfälle häufen. Und die Beschreibung dieser archaisch verbrämten Welt verlangt nach kraftvollen Bildern, in denen Schlachtszenen und das qualvolle Ende von Tieren gleichermaßen dargestellt werden. Diese dionysisch und doch düster anmutende Stimmung schlägt den Leser von Anfang an in ihren Bann…” Walter Wagner (Literaturhaus Wien)

“Mit Emmanuel Bove’scher Präzision.” Michael Hammerschmid

Was bleibt: “Eine ungeheure, unwirkliche Stimmung, die die ganze letzte Szene hinterlässt – sinnbildlich für die Themen der Erzählung.” – Buchempfehlung auf www.literakt.com

Kleine Zeitung