Fischsitter (Roman)

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Fischsitter

Roman
Milena Verlag, Wien
September 2018
216 Seiten, Hardcover
23 €
ISBN 978-3-903184-23-7

 

Alexander Keller ist Fischkenner und betreut Aquarien. Seine neue Freundin Mary nimmt ihn mit zu ihrer Familie – der 90. Geburtstag ihres berühmten Großvaters steht an. Die Feierlichkeiten werden vorbereitet, und Keller befreundet sich mit dem harten, alten Mann. Aber die Katastrophe ist unausweichlich. Ein hochintelligenter, wichtiger Roman über Familie, Kunst und uns.

Alexander Keller hat ein Händchen für Fische und setzt dieses äußerst lukrativ um – in Fischzucht, Aquariumsbetreuung und Gastronomie. Keller liebt Fische – lebendig, roh, gebraten. Diese Ambivalenz zwischen Fürsorge und Verschlingen zieht sich durch sein ganzes Leben. Kellers Freundin Mary, Enkelin des berühmten Künstlers und Gartenarchitekten Akira Benshi, stellt Keller kurz vor dem 90. Geburtstag ihres Großvaters ihrer Familie vor. Und es wird familiär kompliziert: Die Eltern definieren sich ausschließlich über Benshis Kunst, Benshi selbst schweigt, seit er seine Familie beim Atombombenabwurf über Nagasaki verloren hat. Doch als er Keller Fisch essen sieht, bricht er sein Schweigen, macht Keller zu seinem Helfershelfer bei der Neugestaltung seines berühmten Gartens – und verursacht lediglich dessen Verwüstung. Mary selbst wird wieder in längst vergangen geglaubte Familienstrukturen hineingezogen – und mittendrin Keller, der als Benshis „neuer bester Freund“ weit über den Rand seiner vermeintlichen Toleranz und seines Gleichmuts gebracht wird.

Ein Roman mit geschliffenem Stil, klug, fließend – aber dann!

“Der österreichische Autor Paul Ferstl hat mit „Fischsitter“ einen hervorragenden Roman geschrieben, irgendwo zwischen Komödie und der Andeutung eines Psycho-Thrillers. – Hervorragend zeichnet Autor Ferstl die inneren und äußeren Kämpfe der einzelnen Figuren… Aus der anfänglichen Komödie wird ein gruseliges Kammerspiel am Rande eines Psychothrillers. – Der Wechsel im Roman vollzieht sich so langsam, dass man es erst bemerkt, wenn man schon mitten drin ist im Sumpf dieser unheimlichen Familienaufstellung. Es geht nicht mehr um schrullige Künstlertypen und sonderbar-interessante Persönlichkeiten. Es geht nun um vererbte Traumata und die Gewalt, in der sich diese Traumata zeigen. Häusliche Gewalt, Gewalt gegen den eigenen Körper und scham- und rücksichtsloser Umgang mit Macht. Der überdimensional große Gewalt-Akt eines Atombombenabwurfs, die physischen und psychischen Gewaltausbrüche einzelner Personen und nicht zuletzt auch die tödliche Gewalt, die gegenüber Fischen ausgeübt wird – das alles findet Platz in diesem spannenden Roman und wird schmerzhaft verflechtet. Dass aus diesem aber trotzdem noch ein beruhigendes Maß an Komik entspringt, ist eindeutig die Meisterleistung des Autors Paul Ferstl.”Christian Bausch, FM4

“Die Furcht vor dem Undurchschaubaren, dem Unbekannten ist der zentrale Angelpunkt in Ferstls Erzählung. Im „Weißen Hai“ kämpfen drei Männer auf einem geradezu lächerlich kleinen Boot gegen diese menschliche Urangst. Der Film erzählt von charakterlichen Schwächen, aus deren Überwindung Helden geboren werden, aber auch von einer kapitalistischen, sich selbst gefährdenden Gesellschaft, von Schuld, Sühne und der Aufopferung des Einzelnen. Mit ähnlichen Motiven spielt auch der Roman „Fischsitter“, allerdings in einem gänzlich anderen Setting. Statt nervenzerreißender Spannung gibt es hier schrullige Figuren und jede Menge Situationskomik. – Der „Fischsitter“ ist eine delikate Satire auf den Kunstbetrieb, ein ungewöhnliches Familiendrama, gespickt mit allerlei Zitaten und Allegorien aus der Welt der Fische. Aufmerksame Leserinnen werden auf zahlreiche Anspielungen stoßen, so ist etwa eine „Banshee“ in der keltischen Mythologie ein weiblicher Geist, dessen Erscheinung einen bevorstehenden Tod ankündigt. Ehe es jedoch zum dramatischen Showdown kommt, bleibt noch Zeit für liebevoll dargelegte, skurrile Nebenhandlungen…” – EX LIBRIS, Ö1, ORF, November 2018

“Für einen Autor ist es keineswegs ein Fehler, Ideen zu haben. Wenn sich diese dann noch ein wenig vom Gängigen abheben, umso besser. Paul Ferstl scheint so jemand zu sein, wie sein zweiter Roman „Fischsitter“ nahelegt. Mit seinem Plot, seinen ungewöhnlichen Figuren und vielen leicht skurrilen Einfällen hebt sich das Buch positiv vom Erzählmainstream ab „Fischsitter“ handelt von einer Wiener Familie mit altem japanischem Oberhaupt. Um den einst berühmten Künstler und Gartenarchitekten dreht sich in dem Haus alles, obwohl oder gerade weil der Alte seit langem kein Wort mehr gesprochen hat. Dann taucht Alexander Keller auf, ein begnadeter Experte für Fischzucht, wahrer Aquarienflüsterer und überhaupt ein ziemlich patenter Zeitgenosse. Allein wie Ferstl seine Figuren über kleine Eigenschaften und Ticks charakterisiert, macht Spaß. Ein vergnüglicher Roman, den man sich auch gut als Film vorstellen könnte.”Sebastian Fasthuber, Falter

“Eine der stärksten literarischen Figuren nicht nur dieser Saison. – Eine Freude ist es, wie der Schriftsteller Ferstl – als solchen möchte man den Autor, der sich auch als Wissenschaftler und Wissenschaftsverleger einen Namen machte, ausdrücklich bezeichnen – auch Nebenfiguren wie Kellers Lehrling Miro oder Kellers unglücklich endenden Kunden mit dem Premium-Aquarium unvergesslich gestaltet. – Punkten kann Paul Ferstls in zehn Abschnitte gegliederter Roman, der nur so qualmt vom Zigarettenkonsum fast all seiner ProtagonistInnen, mit Handlung, Figuren, ausgesprochen stimmigen, witzigen Dialogen und immer wieder auch mit Fein- und Eigenheiten wie etwa nachgestellten, überraschenden Negationen (“Du kleiner Wichser”, sagte Keller nicht.) Um die sprichwörtliche Stummheit der Fische herunter zu brechen: “Sie schwieg eine Weile, im Gegensatz zu Keller, der einfach nur kein Wort sagte.””Petra Nachbaur, Literaturhaus Wien

“Verwicklungen,  alte  Geschichten,  Peinlichkeiten, Kunst, Todesfälle, Verwüstungen. Brisante Themen und ganz spezielle Geschichten bringt der junge steirische Autor und Literaturwissenschaftler in knappen Sätzen, trocken, oft lakonisch vor.” – Karoline Pilcz, Buchkultur Sonderheft Herbst 2018

“Fische, Familie und andere Katastrophen – kuriose Familiengeschichte mit emotionalem Showdown.” – Tiroler Tageszeitung

“Family and art – delivered through a polished and clever writing style.” – www.viennawurstelstand.com

“Wieder präsentiert Ferstl einen Roman der starken Gegensätze.” Kleine Zeitung

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